Nicht jeder Kuchen braucht ein Etikett

EU-Richtlinien gelten nicht für Privatpersonen

Karitative Veranstalter dürften erleichtert sein. Die neuen EU-Richtlinien zur Lebensmittelkennzeichnung (LMIV), die am 13. Dezember in Kraft treten, sollen laut Bundesregierung nur für Lebensmittelunternehmen, nicht jedoch für Privatpersonen gelten. Dies ließ sich der heimische Bundestagsabgeordnete Christian Haase im Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigen.


"Mit der LMIV werden Lebensmittelunternehmer, nicht jedoch Privatpersonen, die nicht unternehmerisch im Lebensmittelbereich tätig sind, dazu verpflichtet, jedes Lebensmittel, das für die Lieferung an Endverbraucher oder Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung bestimmt ist, nach Maßgabe der LMIV zu kennzeichnen", heißt es aus dem Ministerium.


Die Diskussion darüber, wie die neuen EU-Richtlinien zur Lebensmittelkennzeichnung umgesetzt werden, hat in den letzten Wochen vor allem bei karitativen Organisationen für Befürchtungen gesorgt. Ab 13. Dezember 2014, so schreibt die Brüsseler Richtlinie vor, muss auch bei loser Ware wie zum Beispiel selbstgebackenem Kuchen angegeben werden, ob sich unter den Zutaten bestimmte Allergene befinden.


Das NRW-Verbraucherschutzministerium hatte die Vorschrift eng ausgelegt: "Als Lebensmittelunternehmen gelten alle Unternehmen - gleichgültig, ob sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind oder nicht und ob sie öffentlich oder privat sind -, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausführen", hieß es auf Anfrage dieser Zeitung im September. "Damit gelten auch für Veranstalter von karitativen Veranstaltungen die Regelungen des allgemeinen Lebensmittelrechts."


Verbände und Vereine fürchten, dass sich viele Ehrenamtliche dann ganz vom Kuchenbacken verabschieden würden.

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