Fortbildung des LVLK-NRW

Am 06 Juni 2018 fand im Bildungszentrum der Südwestfälische Industrie- und

Handelskammer zu Hagen in der Eugen-Richter-Str. 110, in 58089 Hagen, die

Landesfortbildungsveranstaltung des LVLK NRW statt.


Den Auftakt zur Vortragsreihe im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung bildete Herr Michael

Hülsenbusch, Abteilungsleiter beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und

Verbraucherschutz des Landes Nordrhein Westfalen.

Herr Hülsenbusch überbrachte die Grüße der neuen Ministerin Frau Ursula Heinen-Esser.

Im Vortrag zum Thema „Die neue strategische Ausrichtung des Ministeriums“ stelle er die

neuen Ziele des Ministeriums vor.

Hierzu soll der gesundheitliche Verbraucherschutz gestärkt werden. Unter anderem durch eine

bessere Vernetzung der Kommunikation zwischen Land und Bund. Hierbei soll für eine

sachgerechte Kontrolldichte gesorgt werden. Weiter soll es einheitliche Standards für die

Überwachung in Deutschland geben.

Durch eine risikoorientierte Ausrichtung der Überwachung und durch entsprechende

Schwerpunkte im Rahmen der Untersuchungseinrichtungen, soll die Überwachung schlagkräftiger

werden.

 

Im Rahmen des 2. Vortrages stellte sich Herr Dr. Marcus Girnau, stellvertretender

Hauptgeschäftsführer des BLL-Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, dem Thema

„Die amtliche Kontrollpraxis im Wandel ?! – die Sichtweise der Lebensmittelwirtschaft“.

In seinem Vortrag stellte Herr Dr. Marcus Girnau die Anforderungen der neuen Kontrollverordnung

vor. Hierbei hob er die Herausforderungen für die Wirtschaft hervor. Zum Thema

gebührenpflichtige Regelkontrollen hält der BLL weiterhin an der These fest, dass es originäre

hoheitliche Aufgabe im Rahmen der Daseinsvorsorge ist. Insbesondere das es keine

bundeseinheitliche Lösung gibt. Im letzten Teil des Vortrages wurde das wieder aktuelle Thema

der Veröffentlichung nach §40 Abs. 1a des LFBG angesprochen. Hier geht es ausdrücklich nicht

um Gefahrenabwehr, sondern um eine sogenannte Transparenzregelung. Durch die Entscheidung

des BVerfG vom 12.03.2018 wird die Namensveröffentlichung nach § 40 Abs. 1a LFGB als

grundsätzlich verfassungsgemäß angesehen. Das Fehlen einer zeitlichen Begrenzung der

Veröffentlichung wird allerdings als Verstoß gegen die Berufsausübungsfreiheit des Art. 12 Abs. 1

GG angesehen. Hierbei muss der Gesetzgeber bis Ende April 2019 eine Regelung schaffen.

 

Der Vortrag von Herr Thorsten Lenertat von der Firma BEKO TECHNOLOGIES GmbH,

behandelte das Thema „Mineralölkontamination und Bakterien in der Druckluft“.

In seinem Vortrag stellte er die technischen Anforderungen an eine saubere Druckluft für die

Lebensmittelindustrie vor. Ausgelöst von den Mosh/Moah Beanstandungen in Adventskalendern

rückte das Thema auch in das Blickfeld der Lebensmittelüberwachung. Zu einer modernen Anlage

gehört außer einem Kompressor und einem Leitungssystem auch eine Druckluftaufbereitung nach

ISO 8573. Eine 24/7 Monitoring mit entsprechenden Messinstrumenten rundet die Produktion von

sauberer Druckluft ab.

 

Herr Roger Wedekind von der Firma AUGUST STORCK KG stellte sich dem Thema

„Täuschungs- und Gesundheitsschutz als Eckpfeiler des Lebensmittelrechts und

Herausforderungen in der Lieferkette pflanzlicher Lebensmittel“.

Im Vortrag wurde zuerst der geschichtliche Hintergrund des Gesundheits- und

Täuschungsschutzes ab dem 15. Jahrhundert vor Christus bis in die heutige Zeit beleuchtet.

Insbesondere welche Strafen in der Vergangenheit an der Tagesordnung waren.

Herr Wedekind stellte die Herausforderungen an die gesamte Lieferkette vom Erzeuger bis hin zu

den Hersteller der Produkte am Beispiel der Schokolade, weiß bis bitter mit und ohne Füllung vor.

Hierbei zeigte er, dass die Verbrauchererwartungen an die Produkte oftmals ganz anders sind als

die Realität zeigt.

Je nach Ursprungsland der Produkte müssen die heutigen Produzenten mit unterschiedlichen

Rückständen rechnen.

Das aktuelle Thema Food Fraud stellt die Hersteller vor immer größere Probleme. Insbesondere

wenn der Rohware Lebensmittel beigemischt werden die allergene Bestandteile enthalten.

Das Fazit von Herrn Wedekind ist, „dass die Themen und damit die Herausforderungen für die

Produzenten nicht ausgehen“.

 

Im letzten Vortrag an diesem Tag, stellte Herr Stefan Brand vom Fachverband

Getränkeschankanlagen e.V., das Thema „Aufbau und Probleme mit Getränkeschankanlagen“

vor.

Hier konnten die Kolleginnen und Kollegen im Bereich des technischen Aufbaus ihr Wissen

erweitern. Angefangen von Postmix- und Premixanlagen mit den unterschiedlichen

Betriebsdrücken von max. 3 bzw. 7 Bar, bis hin zu den verschiedenen Zapfhähnen.

Weiter stellte Herr Brand auch hygienische Schwachstellen im Leitungsbau vor. Diese sind oftmals

von außen nicht zu erkennen. Erst durch eine Demontage der Leitung kommen die

Schwachstellen zum Vorschein. Er zeigte auch wie eine moderne Reinigung nach dem

Sinner`schen Kreis (Wechselwirkung von Zeit, Mechanik, Temperatur und Chemie) funktioniert.

Den Abschluss des Vortrages bildete die Vorstellung des neuen Druckminderersystems QuickfitTM.

 

Hans Peter Riedmiller

Vorsitzender

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